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WORN und das Stopfen von Löchern

09. November 2023
Das Werkstattgespräch widmete sich dem bahnbrechende Buch „Worn“ von Sofi Thanhauser und warum das Nähen und Erhalten von Kleidern einem politischer Akt gleichkommt.

Im Mittelpunkt des Werkstattgesprächs standen die vielfältigen Innovationen in der Textilproduktion, warum ihre Geschichte kaum bekannt ist und was dagegen getan werden kann. Thanhauser gelingt es in bemerkenswerter Weise, die Geschichte unserer Kleidung zu erzählen und Zusammenhänge neu zu interpretieren. Das Werkstattgespräch ging diesen Erkenntnissen nach und bot einen frischen Blick auf die bahnbrechenden Erfindungen aus Fasern und Textil an.

 

Frauen waren seit unseren Anfängen zentrale Figuren in der Geschichte der Textilproduktion. Das Werkstattgespräch untersuchte auch, wie Kommerzialisierung und Handel zur Abwertung dieser Errungenschaften geführt und ihre künstlerische und soziale Bedeutung verdunkelt haben.

Du kannst mehr über Worn und meine Recherche zu textilen Handwerk hier lesen. 

There is a crack in everything, that’s how the light gets in.

Leonard Cohen

It is impossible to make clothing without a human touch. 

Sofi Thanhauser

Unsere Kleider erzählen Geschichten über uns und unserer Suche nach menschlicher Wärme und Zugehörigkeit. 

Sofi Thanhauser

Kleidung herzustellen gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Viel Erfahrung und viele Ressourcen fließen in ein Stück Stoff. Das Reparieren von Kleidern und das Wiederverwenden von Stoffen waren bis weit in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts Teil des täglichen Lebens. 

 

Wenn wir unsere liebgewonnenen Kleider in die Hand nehmen und sie erhalten wollen, nehmen wir das Recht in Anspruch, etwas mit den Händen zu machen, etwas, das sowohl sinnvoll als auch persönlich ist. Mit einer Art Selbstfürsorge als Ausgangspunkt pflegen und erhalten wir, was wir gern unsere zweite Haut nennen. 

 

Unter dem Geschichtspunkt des Machens, finden wir bei Visible Mending, oder dem Stopfen, Patchen und Besticken im allgemeinen, Handwerksmethoden vor, die hier zwar am Ende der Schöpfungskette stehen. Doch mit der gleichen Wirksamkeit spiegeln sie den Prozess, der zum Herstellen dieser Stoffe und Kleidungsstücke führte. 

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