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The Power of Quilting 2

Autorenbild: Carolin Kropff
Carolin Kropff
6. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Vom 15. bis 18. Juni 2026 habe ich auf Einladung der Heussenstamm Stiftung mit einer Gruppe von 12 Schülerinnen einer 9. Klasse an der Anne-Frank-Schule für vier Tage zusammengearbeitet. Als praktische Einführung in die Welt der Textilen Künste gestalteten die Schülerinnen aus unterschiedlichen Stoffresten eigene textile Kompositionen mit der Hand. Insbesondere ging es um die gestalterischen und künstlerischen Qualitäten von Patchwork und Quilten. Als Einlage diente uns ein leichtes Wollvlies einer Schäfergenossenschaft. Sie machten sie sich mit den selten genutzten Möglichkeiten vertraut, die textile Handwerksmethoden aus aller Welt bieten.


Als erste Übung mit Nadel und Faden nähten alle einen Yo-Yo, auch Suffolk Puff genannt – ein einfaches Patchworkelement, an dem sich textile Eigenschaften schnell erkennen lassen, wie das Zusammenziehen des Stoffes mithilfe des durchgezogenen Fadens. Es entstehen so dreidimensionale Formen. In der entspannten Konzentration im Raum entfalten sich unterschiedliche Ergebnisse, die für den geschulten Blick erstaunlich sind. Manche Patchworkblöcke wurden mit figurativen Applikationen versehen, andere griffen die Idee von Yo-Yos und Faltungen auf und wandelten sie auf ihre eigene Weise um. Eine Schülerin nutzte alte Brokatdecken und Borten für ihren Quilt, eine andere arbeitete mit von mir vorher an der Nähmaschine improvisierten Patchworkfragmenten. Wieder andere integrierten transparente Stoffe wie Spitze, aber auch Samt, Polyester und vorhandene Stoffmuster.




Am Ende haben wir alle individuellen Patchworks und Quilts zu einem gemeinsamen Quilt mit Vorder- und Rückseite unter einem Baum der Schule präsentiert. Es war eine bemerkenswerte und intensive Woche.

Es liegt mir am Herzen, dieses unterrepräsentierte Wissen über die Art und Weise der textilen Handwerke im Kontext der Kunst weiterzugeben. Durch das Kennenlernen überlieferter Handwerksmethoden können wir an den unzähligen Erfahrungen vieler Hände im Umgang mit Fasern und Textilien teilhaben. Für mich sind sie eine Schatztruhe kollektiven Wissens, das bis zu unseren Anfängen zurückreicht. Frauen sind die Protagonistinnen dieser selten erzählten Geschichte.



 
 
 

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