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Im Rahmen von:

Take care! – Festival of Solidarity and Resistance

Künstlerische Projekte, solidarische Allianzen und kritischer Austausch in Zeiten von KI und Antifeminismus

Ein Projekt des Frauenreferates Frankfurt:

Crafting Connections – Patchwork als kollektive Utopie

Workshops:

07. August 2026, 16 bis 19 Uhr

08. August 2026, 16 bis 19 Uhr

25. August 2026, 18 bis 21 Uhr

12 Plätze 

Werkstattgespräch:

02. September 2026, 18 bis 21 Uhr

16 Plätze

Es kann ein einzelner Termin gebucht werden, oder zwei, drei oder alle vier zusammen mit dem Werkstattgespräch. Die Teilnahme ist kostenlos. Keine Vorkenntnisse sind nötig.

Anmeldung: carokropff@posteo.net.

In drei Workshops und einem Werkstattgespräch ziehen wir eine Analogie zu Patchwork und Künstlicher Intelligenz und vergleichen handwerkliche Methoden der Textilkunst mit algorithmischen Strukturen. Beide Systeme teilen Musterbildung und Syntax, doch anders als bei der KI, basiert die textile Handarbeit auf einer menschlichen Dimension. In Crafting Connections wird die Textilkunst als Datenbank generationsübergreifenden Wissens lebendig; jedes Stoffstück, jede Naht trägt Geschichten, Erinnerungen und kulturelle Codes in sich. In einer Zeit in der Trennung von Körper und Geist fortschreitet und wir das Gefühl der Verbundenheit zu uns selbst und unseren Mitmenschen oft nicht ausreichend pflegen, feiern wir textile Handarbeit als radikale Praxis der Verbundenheit. Wir knüpften an ein altes, lebendiges Wissen an, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und eng mit unserem Leben, unserer Gesellschaft und unserer Geschichte verbunden ist.

Über die Workshops

In den Workshops nutzen wir die traditionellen Patchworkprozesse der Suffolk Puffs als Handlungsanleitung und die Hand als Organ, das uns mit der Welt verbindet. Der Suffolk Puff, auch Yo-Yo und Fuxico genannt, steht für einen fürsorglichen Datenpunkt im Netz menschlicher Beziehungen, der aus dem textilen Archiv verkörperten Wissens hervortritt und ein Gegenstück zur Logik der Maschine darstellt.

Der Ablauf: Die Teilnehmenden bringen liebgewonnene Stoffstücke mit, die aus dem persönlichen Leben erzählen. Wie beim brasilianischen Fuxico, das auch Klatsch bedeutet, kommen wir zusammen und nähen so viele Puffs aus den mitgebrachten Stoffen, und aus solchem aus dem Fundus des Ateliers, wie es die Zeit erlaubt, entscheiden schliesslich über ihre Anordnung und verbinden alle entstandenen Teile zu einem kollektiven Quilt. Wir lernen uns kennen, entspannen uns, tauschen Ideen aus, und ich genieße hausgemachte Sauerteig-Backwaren, Kaffee, Tee und Apfelwein vom Schneiderhof. 

Über das Werkstattgespräch:

​Den Abschluss bildet das Werkstattgespräch mit Präsentation des Quilts. Wir reflektieren über Textilkunst, Frauenarbeit, Fürsorge und das Menschsein im Zeitalter der Maschinen. Gäste sind eingeladen, theoretisch und praktisch (wir nähen weiter) mitzuwirken. Es entsteht ein Raum für Wissenstransfer, Dialog und gemeinsames Handeln.

Take Care! – Festival of Solidarity and Resistance ist ein dezentrales Festival, das Kunst und feministische Zukunftsfragen miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen temporäre, performative, kollaborative künstlerische und aktivistische Projekte, Talks und solidarische Zusammenkünfte. Take care! fragt danach, wie Künstler:innen mit den Themen KI-Dominanz, Ressourcenkrisen und gesellschaftlicher Polarisierung umgehen, welche Fragestellungen sie entwickeln und was solidarische und widerständige Strategien sein können. Das Festival findet von August bis Oktober an verschiedenen Orten in Frankfurt statt. Es versteht sich als verbindende Plattform und bezieht verschiedene vom Frauenreferat geförderte Projekte als Satelliten in das Programm mit ein.

Etwas Hintergrund:

Crafting Connections - Patchwork als kollektive Utopie basiert auf meiner Perspektive auf Kunst im Kontext von Take Care! – Festival of Solidarity and Resistance, auf die fortschreitenden Mechanisierung unserer Welt,  KI und Transhumanismus.

In meiner Recherche dazu tauchten immer wieder Ideen der Cybernethiker wie Norbert Wiener und Heinz von Foerster, interessanterweise auch John Brockmans Edge.org und natürlich Peter Thiel auf. Darüber lässt sich sicher vieles auf unterschiedlichen Ebenen sagen. Die Geschichte, die sich mir zeigte, nahm stellenweise einen düsteren und bedrohlichen Ton an. Begriffe wie „De-Skilling“ fielen mir ins Auge – ein Wort, das mir zuvor noch nie begegnet war, mit dem ich mich jedoch im Kontext der Kunstwelt auf eine etwas irritierende Weise vertraut gemacht hatte.

Auf der lichten Seite fand ich unter anderm ein Buch über die Hand von Frank. R. Wilson: Die Hand - Geniestreich der Evolution - Ihr Einfluss auf Gehirn, Sprache und Kultur des Menschen, in dem die Bedeutung und der positive Einfluss der Handarbeit für uns Menschen beschreiben ist und natürlich die vielen Schätze, die die textilen Künste und Handwerke für uns bereit halten. 

Gehe ich einfach von meiner persönlichen Erfahrung aus, und das ist der direkteste Zugang, weiß ich, dass Handarbeit mir Ruhe und Gewissheit gibt und wenn ich sie mir zu eigen mache, fühle ich mich lebendig und nutze sie für meine künstlerische Arbeit. Sie gibt mir das Gefühl mit der Welt sinnlich und geistig in Verbindung zu sein. Widme ich meine Zeit dem weiteren Lernen überlieferter handwerklicher Weisen bin ich mit allen Menschen verbunden, die vor mir da waren und sich darum gekümmert haben, ihr Wissen zu vermitteln und an die nächsten Generationen weiterzugeben; und auch zu denen, die heute zu seiner Erhaltung und Weiterentwicklung kreativ beitragen. Kann ich auf diese Fertigkeiten zugreifen, brauche ich nur wenige und einfache Werkzeuge. 

Es geht mir darum, das Unsichtbare sichtbar zu machen und gerne zitiere ich Klee. Es geht mir um eine Interaktion mit unserer Natur, den Fasern, Pflanzen, Tieren und Menschen und mit denen, die von der Geschichte vergessen, übersehen oder auf andere Weise unsichtbar an dem enormen Wissensschatz der textilen Handarbeit und des Universum ihrer Ausdrucksformen teilgenommen haben und immer noch teilnehmen.

In Crafting Connections habe ich mich für die einfache und auch besondere Form des Suffolk Puffs, auch Yo-Yo oder Fuxico genannt, entschieden weil er direkt und einfach ist. Und auch und besonders, weil er mit seiner kreisrunden und puffigen Form eine harmonische Fröhlichkeit in sich trägt, die zum entspannten miteinander einlädt. Das Machen von ihm und vieler Puffs zusammengenommen, die in einer Weise oder einer anderen angeordnet werden wollen, befriedigen das menschliche Bedürfnis kreativ zu sein, ein Bedürfnis, das Lebensfreude ausdrückt und uns als lebendige Wesen zu eigen ist.

Auf den ersten Blick mag es sehr schrullig wirken, aber genau das macht den Reiz aus und lädt ein, auf positive Weise aus der Komfortzone herauszutreten. Und je mehr du davon nähst und darüber reflektierst, desto selbstverständlicher wird der kreative Prozess.

Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, Teil von Take Care!- zu sein, mein Wissen mit euch zu teilen und gemeinsam mit euch etwas organisch Neues zu schaffen.

In unserer Hand

In der Welt begreifen, untersuchen, verwandeln und verbinden wir, was wir in ihr vorfinden. Wir sind verbunden. 

Bleibt menschlich. Macht weiter. Gebt weiter.

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Frauenreferat und FEMINIST FAIR FUTURE

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