Visible Mending/Re-Fashion - Workshop-Event
Ein Workshop-Event über den kreativen Umgang mit liebgewonnenen Textilien

25. 04. 2026
12 bis 16 Uhr
36,- EUR
7 Plätze
„There is a crack in everything, that’s how the light gets in.“
Leonard Cohen
Textilien sind unsere zweite Haut. Sie erzählen von unserem Alltag, vom Selbstverständnis, unserer Herkunft, vom Handwerk, der Umwelt und den Leuten, die sie machen. Sie beinhalten Erinnerungen, Nutzen und Schönheit.
In diesem Workshop-Event geht es um grundlegende Techniken des Reparierens, Ausbesserns und Erneuerns unserer leibgewonnenen Stücke. Dazu gehören Sashiko, Patchwork, Sticken und Appliqué, von funktionaler Reparatur bis hin zu Mustern und narrativen Elementen. Im Atelier entsteht ein entspannter Raum des gemeinsamen Lernens: wir beobachten die eigene Hand beim Nähen, verfolgen das langsame Entstehen von Mustern und tauschen uns über nachhaltige Praktiken, textile Kulturen und persönliche Erfahrungen aus.
Das Workshop-Event lädt dazu ein, das Reparieren als kreative, gemeinschaftliche und nachhaltige Praxis wieder zu entdecken.
Ablauf und Praxis:
Die Teilnehmenden bringen eigene Kleidungsstücke mit – beschädigte oder lange ungetragene Stücke ebenso wie Stoffreste zum Patchen. Auch Materialien, die zum Tauschen oder Weitergeben geeignet sind, sind willkommen. Gemeinsam arbeiten wir an diesen Textilien, lassen uns von historischen Techniken inspirieren und entwickeln individuelle gestalterische Lösungen.
Wir erfahren mehr über die Möglichkeiten, wie sie Sashiko, die Stickerei, Appliqué und das Patchwork bereitstellen. Wir nähen mit der Hand. Die Nähmaschine kann ebenfalls benutzt werden, steht aber nicht im Fokus.
Am Ende des Nachmittages haben die Teilnehmenden genügend handwerkliche Erfahrung gesammelt, um inspiriert das jeweilige Projekt zu Hause zu beenden.
Der Hintergrund:
Solange es Kleidung gibt, gibt es auch geflickte und wiederverwendete Stoffe. Viele kreative textile Methoden sind aus dem Wunsch und der Notwendigkeit entstanden, die aufwendig geschaffenen Stoffe zu erhalten. Sashiko und die Boros sind Beispiele wie auch die unendliche Vielzahl an Möglichkeiten, die das Patchwork und Sticken mit sich bringt.
Bis vor nicht allzu langer Zeit verstand man die Kreislaufwirtschaft von `oben nach unten`. Kleidung war teuer, arbeitsintensiv hergestellt und wurde so lange genutzt, bis wirklich nichts mehr übrig war. So stand am Anfang das oft maßgeschneiderte Kleidungsstück mit seinen handgewebten und gefärbten Stoffen. Nach langem Tragen würde die noch guten Stoffteile zu Arbeits- oder Kinderkleidung und weiter zu neuen Stofferfindungen, wie wir sie zum Beispiel von Patchwork kennen, transformiert. Patchwork und Sashiko ist ein gutes Beispiel dafür, dass die alte Kreislaufwirtschaft nicht nur effizient, sondern auch kulturell produktiv war. Ganz am Ende fanden sehr abgenutzte Stoffe noch einen Nutzen als Lappen im Haushalt und Lumpen für die Papierherstellung für Hadernpapiere.
Im Kontext von Re-Fashion und Zero-Waste-Ansätzen erfährt das Reparieren und Weiterverwerten von Kleidungsstücken eine neue Beachtung. In der Fashion Revolution Week erinnern wir an den Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013.
Das Workshop-Event ist geeignet für alle, die die kreativen und nachhaltigen handwerklichen Methoden mit Textil für sich entdecken oder ausbauen möchten.